Bis zu 12 Millionen Vögel sind im Frühjahr und Spätsommer gleichzeitig im Wattenmeer! Fast alle suchen bei Ebbe im Boden nach Nahrung.
Zugvögel sind nur zu Gast: Sie brüten im hohen Norden (Sibirien, Grönland, Kanada) und überwintern bis nach Afrika. Das Wattenmeer ist ihre „Tankstelle“ auf dem Weg. Beispiele: Knutt, Alpenstrandläufer, Ringelgans, Weißwangengans, Uferschnepfe, Küstenseeschwalbe.
Standvögel bleiben das ganze Jahr: Silbermöwe, Austernfischer, Eiderente.
Wattvögel erkennt man an den langen Beinen zum Waten und am langen Schnabel zum Stochern (Austernfischer, Knutt, Uferschnepfe). Seevögel wie Basstölpel, Trottellumme und Dreizehenmöwe leben auf dem offenen Meer und brüten auf den Felsen von Helgoland. Küstenvögel wie Möwen und Gänse sind Allesfresser und weiden auf den Salzwiesen.
Der Austernfischer ist der Wappenvogel des Watts: schwarz-weiß, roter Schnabel, rote Beine – und er frisst gar keine Austern, sondern vor allem Muscheln und Würmer.
Der Knutt fliegt jedes Jahr von der Arktis bis nach Westafrika. Im Watt frisst er sich in wenigen Wochen fast doppelt so schwer, um die lange Reise zu schaffen. Der Alpenstrandläufer ist unterwegs von Nordwest-Afrika in die arktische Tundra.
Aus dem Film: Die Basstölpel sind „Neubürger“ auf Helgoland – 1991 brütete dort das erste Paar, heute sind es über 150. Und auf der Hallig Norderoog lebt der Vogelwart Johannes ganz allein ohne Strom – dafür mit 4.000 Paaren Brandseeschwalben direkt vor der Haustür.